Die Legende


Ein kleiner Abschnitt der gro√üen Bibliothek ist der Geschichte der Kant√°lin gewidmet. Irgendwann vor vielen Jahrhunderten wurde ihre Geschichte einmal aufgeschrieben, doch nur die wenigstens haben des zeitlosen Volkes haben sie je gelesen. Eine dicke Staubschicht bedeckt die B√ľcher...

Legende Wie sie zu den Kant√°lin wurden Atlantis - Ihre Heimat Wie sie leben

Wie sie zu den Kant√°lin wurden

Die Geschichte der Kant√°lin beginnt in der grauen Vorzeit unserer Vorv√§ter. Zu einer Zeit, als der S√ľdpol von W√§ldern und nicht von Eis bedeckt war, m√§chtige Burgen auf Erden standen und die Tuatha D√© Danann f√ľr ihre Andersartigkeit verehrt wurden statt verflucht. Zu einer Zeit, als gro√üe Kriege die L√§nder und Kontinente heimsuchten. Zu einer Zeit, als sich ein Mann zum alleinigen Herrscher der Erde kr√∂nen wollte.

Er wollte eine unbesiegbare Armee, stark und m√§chtig und nur ihm allein untertan. Er kaufte sich die Hilfe der Tuatha D√© Danann, die, langlebig und magisch wie sie waren, die Kriege der Menschen als Spiel empfanden und es liebten, sich einzumischen. Der Thuata D√© sollte die Armee des K√∂nigs mit einem Unverwundbarkeitszauber belegen. Der Thuata D√© sprach einen Zauber √ľber die Armee aus, unwissend, dass Unverwundbarkeit f√ľr die Menschen ein anderer Begriff war als f√ľr das Elfenvolk.

F√ľr die Menschen bedeutete Unverwundbarkeit das, was der Name ausdr√ľckte. F√ľr die Thuata D√© Danann bedeutete es Unsterblichkeit. Doch noch nie war der Zauber der Unsterblichkeit auf einen sterblichen Menschen gefallen. Niemand hatte geahnt, was das f√ľr eine Auswirkung haben w√ľrde. Die Armee der Unverwundbaren war nicht einfach nur unverwundbar. Sie waren von da an mit zeitloser Sch√∂nheit gesegnet, ein jeder von ihnen. Den B√§rtigen fielen die B√§rte ab, die Haare an den Armen und Beinen fielen ihnen reihenweise aus, bis ihre K√∂rper kahl waren, abgesehen von den Haaren auf dem Kopf. Essen und trinken war ihnen von da an fremd, selbst der Alkohol wirkte keinen Einfluss mehr auf ihre Sinne aus. Sie h√∂rten auf zu altern. Erst im Regen bemerkten sie, was die Zeit von ihnen fernhielt. Im Regen sah man ihren Schutzschild schimmern, der sie vor der Zeit und allem Nassen bewahrte.

Verdammt in ewiger Trockenheit bemerkten sie im Kampf, welches Geschenk ihnen der Schutzschild brachte. Sie wurden zwar verwundet, aber ihre Körper hatten eine unvorstellbar schnelle Erholungsrate von den Verletzungen. Kaum hatte sie ein Schwertstreich getroffen, war die Wunde schon fast wieder verschwunden.

Da sie nicht mehr alterten und man sie beinahe in St√ľcke rei√üen musste, um sie zu t√∂ten, hie√üen sie fortan die Zeitlosen. Unber√ľhrt von der Zeit und beinahe unsterblich.

Der Thuata D√© sah mit Schrecken, was der Zauber ausgerichtet hatte. Er hatte eine Rasse erschaffen, die selbst den Untergang der Thuata D√© Danann √ľberleben w√ľrde.

Die Armee der Zeitlosen zog viele Jahre durch die L√§nder und Kontinente, unterwarf fast jedes Land f√ľr den K√∂nig, unter dem sie dienten. Doch die Schreie der Get√∂teten hallten in ihren Tr√§umen wider. Sie waren keine Krieger mehr, sondern Schl√§chter, sie k√§mpften gegen wehrlose Gesch√∂pfe und sie f√ľhlten, dass es falsch war. Manche von ihnen begangen Selbstmord, um den anklagenden Tr√§umen zu entkommen. Andere suchten Trost in den Armen einer Frau. Erst mit den Kindern, die aus diesen Verbindungen hervorgingen, erkannten die Menschen das volle Ausma√ü der Katastrophe. Der Schutzschild vererbte sich auf die Kinder.

Best√ľrzt dar√ľber ging der Thuata D√© Danann zum General der Armee. Er bat ihn, mit dem Schlachten aufzuh√∂ren. Er machte ihnen klar, dass sie ein Volk waren, Lebewesen wie die Menschen, die sie t√∂teten. Dass sie nicht das Recht hatten, diese vielen Menschen zu t√∂ten und zu unterwerfen. Langlebige Rassen neigen dazu, sich zu G√∂ttern aufzuschwingen. Der Thuata D√© wusste, welch ein Fehler dies war. Ein Fehler, der bisher jedes widernat√ľrliche Volk in den Untergang getrieben hatte. Doch er wollte sein Volk nicht untergehen sehen. Er bot den Zeitlosen einen Pakt an: Er suchte f√ľr sie eine Heimat, wo sie in Frieden leben konnten. Unentdeckt von den Menschen und unter sich. Wo ihre Kinder in Frieden aufwachsen konnten. Als Gegenleistung bat er sie, ihre Kinder zu lehren, dass Menschen ihre eigene Geschichte schreiben, ohne die Einmischung der Zeitlosen.

Der General, best√ľrzt √ľber die Kinder mit den Schutzschildern und √ľber das, was sie geworden waren, ging mit dem Vorschlag zu seiner Armee. Jeder, der wollte, konnte ihm folgen zu diesem geheimen Ort, den der Thuata D√© f√ľr sie ausw√§hlte. Fast seine ganze Armee mit Frauen und Kindern wollte mit ihm ziehen. Der General bat beim K√∂nig um die Freistellung der Armee. Dieser war mittlerweile alt und zerbrechlich geworden, ohne jemals eine Frau geehelicht zu haben. Es gab keinen Nachfolger f√ľr ihn und seine Dynastie und so lie√ü er seine Armee ziehen und sah seinen Traum einer vereinten Welt mit ihm zusammen sterben.

Der Thuata Dé Danann begleitete die Armee bis zur Insel Atlantis, ihrer neuen Heimat. Er legte einen Schutzzauber auf die Insel und verbarg sie vor Menschenaugen. Niemand konnte sie betreten, der nicht den Schild der Zeitlosen besaß. Und er machte ihnen das größte Geschenk, dass er ihnen geben konnte: Er schenkte ihnen eine eigene Sprache. Die Zeitlosen nannten sich mit Hilfe dieser Sprache Kantálin und der Thuata Dé trug diesen Namen in alle Welt.

Doch irgendwann verblassten die Erinnerungen an jene Zeit und jene Schlachten und an die Armee der Zeitlosen. Die Kantálin waren nur noch ein Hauch einer Erinnerung und die Thuata Dé Danann verschwanden ganz vom Antlitz dieser Erde.

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